| Startseite >>Vereinsgeschichte >> Orgelstreit >> Frauenchor | Sitemap | ||||||
Der Orgelstreit |
|||||||
- Die Geschichte der Vereinsgründung - |
|||||||
| Einen
Gesangverein gab es in Wiesental schon lange, den bereits 1862 gegründeten
GV Sängerbund. Anfang des 19. Jahrhunderts kam es dann zu unerfreulichen
Auseinandersetzungen des damaligen Wiesentaler Pfarrers Franz Sales Roth
- einem schwarzwälder Dickkopf, der keinem Streit aus dem Wege ging
und der nicht nur mit der kirchlichen, sondern auch mit der weltlichen Macht
liebäugelte - mit dem 1904 gewählten, liberaler eingestellten
Bürgermeister Karl Stöckel. Für den Pfarrer gehörten
alle zu den Stöckelanhängern, die nicht seiner Meinung waren.
Wie ein rotes Tuch waren sie für ihn. Und umgekehrt waren für
die Befürworter des Bürgermeisters alle diejenigen "Schwarzkittel",
die am schwarzen Rock des Pfarrers hingen. Anfang 1909 entzündeten sich die Streitereien so weit, daß sich die gesamte Bürgerschaft in zwei Lager teilte, die Roten und die Schwarzen. Anlaß war die Frage der Finanzierung einer neuen Orgel. Pfarrer Roth beabsichtigte, eine neue örtliche Kirchensteuer einzuführen, falls die zu sammelnden Spenden nicht ausreichen sollten. Die Stöckelanhänger waren gegen die Steuer und schafften es, bei der Wahl der Kirchengemeindevertretung eine eigene Wahlliste aufzustellen, die letztendlich mehr Stimmen bekam als die Liste des Pfarrers. Die Lagerbildung machte natürlich auch vor den Sängern des Gesangvereins nicht halt. Ihr damaliger Dirigent war als Organist des Ortes ein treuer Anhänger des Pfarrers Roth, und er provozierte das rote Lager innerhalb der Sängerschaft derart, daß diese sich aus Zorn vom Verein lossagten und die Trennung vollzogen, die am 5. Juni 1909 mit der Gründungsversammlung des MGV 1909 ihren Abschluß fand. |
|||||||
Interessant ist, daß ebenfalls Anfang des 19. Jahrhunderts ein Fritz Stöckel - der übrigens an der Neubildung des MGV 1909 maßgeblich beteiligt war - das Gasthaus "Zum Schwanen" der Löwenbrauerei abgekauft und 1911 aufwendig umgebaut hat. Dieses Gebäude ist weiterhin im Besitz der Familie Stöckel, und der Verein hat auch heute noch seinen Sitz darin. |
|||||||
| zurück zu "Vereinsgeschichte" | |||||||